HERKUNFT DES FASNACHTSFEUERS

(Daten von Oliver Schmutz)

Das Fasnachtsfeuer ist ein Kulturerbe der Heiden. Sie glaubten an verschiedene Götter. Einer der beliebtesten Götter der Heiden war Thor. Er galt als Herrscher über Blitz, Donner und Fruchtbarkeit. Sie verehrten Thor mit dem Sonnenwendefeuer welches am 21.März, dem Frühlingsanfang, stattfand. Sie errichteten grosse Feuer, mit welchen der Stolz des Windes und des schlechten Wetters gebrochen werden sollte. Aus anderen Schriften ist zu lesen, dass die Heiden Feuerräder über die Felder rollen liessen. Dadurch sollte die Fruchtbarkeit des Bodens geweckt werden. Nach Auskunft von Paul Hochreuter, der von den Dorfleuten s'Marxe Pauli genannt wurde, und 1999 starb, machte man früher keinen Fackelumzug, sondern liess brennende Autopneus ins Tal rollen, welche von 2 Personen begleitet wurden. Wir sehen hier also, dass der heutige Fackelumzug, welcher früher durch Feuerrollen praktiziert wurde, schon in der Heidnischen Zeit verankert ist. Das Abbrennen der auffallend grossen Feuer wird seither immer noch in Wittnau durchgeführt. An anderen Orten nennt man das Fasnachtsfeuer auch Funkenfeuer. Als die Christliche Religion in Europa überhand genommen hatte, verlegten sie das Fest auf das heutige Datum, dem Sonntag nach Aeschermittwoch.
Aber wie schon erwähnt, sind dies nur Annahmen, denn schriftlich wurden über den Ursprung des Wittnauer Fasnachtsfeuers nichts festgehalten. Es gibt einen ähnlichen Brauch wie das Fasnachtsfeuer, das sogenannte Scheibenschlagen. Es ist anzunehmen, dass dieser Brauch, die gleiche Herkunft hat aber einfach ein bisschen anders ausgeführt wird. Erstmals erwähnt wurde diese Festtradition von den Heiden in der Klosterchronik von Lorsch, als am 21.März 1090 das Kloster durch das Scheibensprengen von Lorsch niederbrannte. Auf das Scheibenschlagen wird in diesem Dokument leider nicht näher eingegangen. Das Wittnauer Fasnachtsfeuer wurde bei einer Unklarheit der Dorfgrenzen von Frick, Wegenstetten und Wittnau am 13.Juli 1493 erstmals Schriftlich erwähnt. Da den christlichen Priestern das Fasnachtsfeuer immer ein Dorn im Auge war, wollten sie es abschaffen. Aus Trotz wurde nach Auskunft von Herr Ricklin, früher immer am Fasnachtsfeuersonntag eine Christenlehre durchgeführt. Damit machte sich Pfarrer Thali unbeliebt. Als Herr Thali sein 50 Jahre Priesterjubiläum feierte, erstellten die Unterdörfler ein Flammenbild um Ihn zu Ehren. Doch während dem Abbrennen des Flammenbildes verdeckte eine Nebelwolke die Sicht. Zu dieser Zeit munkelte man, Gott hätte Pfarrer Thali bestraft, da er nie Freude am Fasnachtsfeuer hatte. Der Pfarrer sah was im Dorf ablief und wollte die Jugend davon abhalten am Fasnachtsfeuer teilzunehmen, denn während der Feier ist es den Kindern erlaubt Alkohol zu trinken und zu rauchen. Trotz seiner moralischen Belehrung ist es ihm nicht gelungen die Kinder davon abzuhalten.